Lunaria-Galaxie
Blog Übersicht»„Samstag & Dinge aus diesem Sonntag (bis 21 Uhr 44)“
ZurĂŒck

„Samstag & Dinge aus diesem Sonntag (bis 21 Uhr 44)“

John Baker Sander
25. August 2026(bearbeitet)
93 Aufrufe
Noch nicht bewertet


Normalerweise setze ich in meinen Blogs die Überschrift erst zum Schluss ĂŒber den Blog. So dass die Überschrift eigentlich die Unterschrift des Blogs ist. Ob es wohl jemanden aufgefallen ist, dass ich in den vergangenen Tagen immer den Wochentag in die Überschriftentitel einbaute?


Ich nahm gestern unvorhergesehen an einer Demonstration gegen Nazis vor dem Wormser Hauptbahnhof teil. Ich hatte gar nicht mitbekommen, dass die am Samstag stattfand.

Dass in Worms „was im Busch“ war, bekam ich erst mit, als der Busfahrer nicht die ĂŒbliche Strecke in Worms einschlug.

Plötzlich brĂŒllten die FahrgĂ€ste den Busfahrer an: „Wo fĂ€hrst du denn hin?“ Der antwortete zunĂ€chst nicht. So dass ich mein Buch in die Tasche verstaute und erstmal leicht besorgt auf meinem GĂ€stefahrplatz sitzen blieb.

Ich dachte schon bei mir: Wenn der Kerl nicht innerhalb einer Minute anhĂ€lt, gehe ich vor zum Fahrerplatz und sage: „Ich will sofort aussteigen.“ – Total ĂŒbertriebene Reaktion meinerseits.


Der Busfahrer kam wahrscheinlich nur seiner Pflicht nach und parkte auf der RĂŒckseite des Busbahnhofes. So dass man, um in die Stadt zu gelangen, durch die UnterfĂŒhrung und den Bahnhof hindurchmusste.

In die Wormser Innenstadt ging es nur direkt durch den Bahnhof.

Die nĂ€here Umgebung war gut abgesperrt. So ein Polizei- und Aufgebot vom Ordnungsamt habe ich in Worms selten gesehen. Auch Polizisten mit KnĂŒppeln in der Hand und Helmen sehe ich hier meist wenig bis gar nicht.

Da waren offenbar auch SpezialkrĂ€fte mit dabei. In offenen Polizeibussen konnte man hineinschauen, wo Polizisten saßen und auf Monitoren – offensichtlich die Umgebung – ĂŒberwachten.

UngefĂ€hr 70 Leute gegen „Nazis“ fanden sich ein, die aber teilweise ordentlichen Radau machten wie fĂŒr 210.


Gleichzeitig hatte man einer Gedenkveranstaltung fĂŒr „Rudolf Hess“ auf dem Bahnhof zugestimmt. UngefĂ€hr die HĂ€lfte der Demonstranten fand sich auf der anderen Seite des Bahnhofs, durch schwere Metallgitter abgesperrt, ein.

Die einen schwenkten Flagge um Flagge, die anderen riefen, sie fÀnden eine solche Verherrlichung von Verbrechern Kacke.

Irgendwann rĂ€umten die „Nazis“ das Feld, nachdem die ĂŒberlegene Schar der Demonstranten immer wieder gebrĂŒllt hatte: „Nazis aus unserer Stadt.“


Ich muss dringend an meinem Weltbild arbeiten.
Diejenigen, die dort fĂŒr ein mir unverstĂ€ndliches Weltbild seltsame Flaggen mit Symbolen schwenkten, die meiner Meinung nach fĂŒr Leid stehen, waren keine GlatzentrĂ€ger. Zumindest die meisten nicht.

Die sahen jetzt auch, mit einigen Ausnahmen, nicht besonders bedrohlich aus. Womit ich mir echt schwertat, war, dass da so viele Frauen mit dabei waren. Teilweise standen sie auch in GesprĂ€che vertieft an der Seite, uninspiriert und wenig hingebungsvoll herum und waren – das fiel nicht nur mir auf – auch fast alle recht sommerlich gekleidet.

Ich bin da offenbar ein Chauvi hoch zehn.

FĂŒr mich stehen Frauen zu 99 Prozent fĂŒr etwas Weiches, Angenehmes – und ja, ich weiß natĂŒrlich auch: Frau kann die Krallen ausfahren und wortreich sein und körperlich sein. Und dennoch finde ich an Frauen gerade das gut, dass sie meist angenehme Geschöpfe sind, mit denen ich bisher doch gut bis unendlich hervorragend auskam.

Mich wĂŒrde echt interessieren, da die Frauen sich auf Naziseite nicht sonderlich hervortaten, wie viele nur aus LoyalitĂ€t zu ihrem Freund oder Ehemann diese Gedenkveranstaltung besuchten?


Was mir am wichtigsten war:
Soweit ich das sah, gab es keine Ausschreitungen von keiner Seite. Alles blieb friedlich und gĂŒtig.


Eine interessante Erfahrung, da anfangs in der Demonstrantentraube zu stehen, war das allemal. Irgendwann sagten meine Ohren Nein zu dem wichtigen LĂ€rm, und ich wich auf eine Art TribĂŒnenplatz hinter ein schweres Metallgitter in der NĂ€he des Bahnhofseinganges aus.

 

Der Sonntag war ein schöner. Ein angenehmer.
Ausschlafen. Nichts tun – zwei, drei organisatorische Dinge vorbereiten.

Mit Eltern Baguettes und WĂŒrstchen und Kartoffelsalat essen. Eine ungewöhnliche Kombination. Selbst fĂŒr unsere VerhĂ€ltnisse. – Aber das musste laut MDH alles weg.

Ich nahm an einem Quiz in meinem Stammchat teil.

Wurde dank der ein oder anderen popkulturellen Frage (Asterix und Co.) Dritter. Und nein, es gab nicht nur drei Quizteilnehmer.

Auch bekam ich mal wieder vor Augen gefĂŒhrt, dass ich in Sachen Allgemeinwissen (noch) nicht zu den stĂ€rksten Usern gehörte.

Am schwersten tat ich mir bei Fragen ĂŒber Pflanzen oder Tiere und bei allem, was in Richtung leichter Kunstsachverstand ging.


Jetzt sitze ich hier, schreibe Blog mit ganz viel Bock.
Gleich geht’s nochmal eine halbe Stunde zu meinen Eltern, bevor ich mich erst ins Bett und dann in die neue Woche stĂŒrze.



Passt auf euch auf, wer immer ihr auch seid!?

*Blog wurde am Sonntag, 23. August 2026 verfasst*

Kommentare (0)

Bisher keine Kommentare. Schreibe den ersten!

Einloggen um zu kommentieren.